Ray Charles sang den State Song „Georgia on my mind“ nicht ohne Grund voller Inbrunst und Hingabe. Am 23. September 1930 erblickte er in Albany, im Südwesten des US-Bundesstaates Georgia, das Licht der Welt.
Ray Charles, eigentlich Ray Charles Robinson, hätte wahrlich einen einfacheren Start ins Leben haben können. Seine Kindheit verbrachte er in Armut mit seiner Mutter und seinem Bruder in Greenville/Florida. Im Alter von 5 Jahren musste er hilflos mit ansehen, wie sein Bruder beim Spielen in einem Kessel ertrank. Dieses Erlebnis sollte ihn sein Leben lang zeichnen, doch es stellte sich heraus, dass dies nur den Beginn allen Übels markierte. Kurze Zeit später erkrankte er am grünen Star und verlor innerhalb von wenigen Monaten sein kostbares Augenlicht. Als er 14 Jahre alt ist stirbt der einzige Mensch, der ihm noch geblieben ist: seine Mutter.
Ray Charles – ein Leben in Dunkelheit
Hatte seine Mutter ihn lange Zeit durch die dunkle Welt geführt, musste Ray nach ihrem Tod eigene Wege gehen. Der einzige Ausweg aus dem Elend: die Musik. Schon von klein auf interessierte er sich für das Klavier und die Jukebox in der nahe gelegenen Kneipe. Der Besitzer der Bar brachte ihm die ersten Handgriffe auf dem Instrument bereits in sehendem Zustand im Alter von etwa 5 Jahren bei. Nach dem Ausbruch seiner Erkrankung besuchte er eine Blindenschule, lernte, sich auch ohne Augenlicht in der Welt zu orientieren und erhielt Klavierunterricht. Auch auf den Tasten fand er sich sprichwörtlich „blind“ zurecht.
Ray Charles und die Musik
Die Musik war es, die ihm, der nun für sich selbst sorgen musste, den Lebensunterhalt sichern sollte. In der Musikergewerkschaft in Jacksonville erspielte er sich in Jamsessions Anerkennung und Lohn. Er war ein wahres Multitalent, sog alles Neue wie ein Schwamm in sich auf. Schon bald war er in sämtlichen gängigen Stilrichtungen (Blues, Jazz, Boogie Woogie, Swing etc.) zu Hause. Auch sein Gesang gewann wachsende Bedeutung, wollte er doch seinen Vorbildern Nat „King“ Cole und Charles Brown nacheifern.
Nach zahlreichen absolvierten Gigs und weniger erfolgreichen Umwegen über Orlando und Tampa führte es ihn nach Seattle, wo sich mit seiner ersten eigenen Combo, dem McSon Trio, erste Erfolge einstellten. Erst 1952 mit Beginn seiner Arbeit für Atlantic Records hatte er allerdings seinen unverwechselbaren Stil vollendet, der als Wegbereiter für den Soul gilt. Negativer Nebeneffekt seiner Charterfolge mit Hits wie „Cow Cow Blues“ oder „Lonely Avenue“war sein ausufernder Drogenkonsum. Seine Heroin-Sucht führte ihn mehrere Male nahezu an den Abgrund seiner Karriere.
Seine größten Erfolge
Seine wohl größten Erfolge verzeichnete Ray mit seiner Eigenkomposition „What’d I Say“ und mit Titeln wie „Hit the Road Jack“ von Percy Mayfield. Auch seine weiter oben bereits erwähnte Interpretation von “Georgia on my mind” wurde legendär.
Als wohl berühmtester Spross des Bundesstaates ist Ray Charles seit 1979 in der Georgia Music Hall of Fame vertreten. Man bemerke: Er war neben Bill Lowery auch der erste, der mit dieser Auszeichnung geehrt wurde.